Rasierhobel

Der Rasierhobel ist eine Alternative zum bekannten Systemrasierer sowie Rasiermesser und ist auch unter der Bezeichnung Sicherheitsrasierer bekannt. Der Hobelrasierer wird bei der Nassrasur verwendet und war eine der ersten Alternativen zum Rasiermesser. Heutzutage wird dieser noch gerne verwendet, um in der Nassrasur Fuß zu fassen, da das Verletzungsrisiko um einiges geringer ist als mit dem Messer.

In diesem Beitrag findest du weiterführende Informationen zum Rasierhobel im Allgemeinen, einzelne Punkte lassen sich über das nachfolgende Inhaltsverzeichnis direkt auswählen. Der Beitrag wird zudem von Zeit zu Zeit mit neuen Informationen, welche ich aufschnappe ergänzt.

Der Rasierhobel näher betrachtet

Rasierhobel als solches kamen zum ersten Mal im Jahr 1874 auf den Markt in Großbritannien und wurden kurz darauf auch in anderen europäischen und nordamerikanischen Ländern verkauft. Vom Ersten Weltkrieg bis in die 1970er Jahre war die Hobelrasur die vorherrschende Rasurmethode. Diese wurde dann allerdings durch die Trockenrasur abgelöst. Betrachtet man einen solchen Hobel, dann fällt auf, dass sich dieser vom Design am bekannten Schreinerhobel orientiert. Wie bei diesem ragt die Rasierklinge nur ein wenig aus dem Hobel heraus, um größere Schnittverletzungen zu vermeiden.

Rasierhobel Sicherheitsrasierer Safety Razor aufgeschraubt

Man unterscheidet aktuell zwischen drei Modellen, so gibt es den klassischen Hobel, welchen man aufschraubt, um die Klinge zu wechseln, sowie die „Butterfly“-Modelle, bei denen der Teil, der die Klinge hält, aufklappt wie die Flügel eines Schmetterlings und zuletzt gibt es noch Modelle mit Klingenfeineinstellungen, bei denen man je nach Einstellung schärfer oder komfortabler rasieren kann.

Offener und geschlossener Kamm des Rasierhobels

Prinzipiell gibt es Rasierhobel mit offenem und geschlossenem Kamm. Bei dichtem und starken Bartwuchs oder wenn man sich nur alle drei bis vier Tage rasiert, greift man auf den offenen Kamm zurück. Dieser ist eher für erfahrene Nassrasierer geeignet.

Bei einem Hobel mit offenem Kamm liegt die Rasierklinge auf einem leicht gebogenen Zahnkamm auf. Hierdurch können sowohl Rasierseife als auch abgeschnittene Bartstoppel nach unten durch den Kamm austreten, hierdurch bleibt die Klinge des Hobels immer frei.

Im Grunde gleicht die Rasur dem Rasieren mit einem Rasiermesser, der Hobel kommt lediglich mit einem aufgestecktem Kamm zum Schutz daher. Dadurch kommt diese Art der Rasur der Messerrasur am nächsten. Rasiert man sich mit einem Hobel mit offenen Kamm muss man sehr vorsichtig sein, denn wird hier zu fest aufgedrückt kann schnell Blut fließen und tiefe Wunden entstehen.

Der geschlossene Kamm wiederrum rasiert sehr gründlich und zeichnet sich durch maximale Sicherheit und Sanftheit aus. Dabei ist diese Variante des Rasierhobels sowohl für Anfänger als auch erfahrene Nassrasierer geeignet.

Bei diesem Hobel liegt die Rasierklinge etwas erhöht hinter dem Kamm, welcher im Grunde nur noch ein Bügel ist, hierdurch entsteht ein sogenannter Seifenspalt. Hierbei ist festzuhalten, dass je kleiner der Spalt ist, desto sanfter wird die Rasur empfunden, allerdings wird das eigentliche Ergebnis dadurch auch ungründlicher.

Im Gegensatz dazu führt ein größerer Spalt dazu, dass die Verletzungsgefahr bei der Rasur steigt, da die Klinge stärker an die Haut kommt und eine größere Variation des Rasurwinkels gegeben ist. Hierdurch hat der Rasierhobel mit dem geschlossenen Kamm den großen Vorteil, dass wenn man etwas fester aufdrückt nicht sofort Blut fließt beziehungsweise keine Wunde entsteht.

Aufbau eines Rasierhobels

Im Jahr 1901 entwickelte King Camp Gillette zusammen mit William Nickerson den uns heute bekannten Sicherheitsrasierer mit einer dünnen, doppelseitigen Klinge aus Bandstahl. Dieses ursprüngliche Gillettedesign besteht aus einem Rasierkopf und einem, verglichen mit einem Systemrasierer, relativ kurzen Griff.

Rasierhobel Sicherheitsrasierer Safety Razor (3)

Die Rasierklinge, welche in den Kopf des Hobels eingespannt wird, ragt auf jeder Seite ca. 1 mm in den sogenannten Klingenspalt, dieser befindet sich zwischen der Ober- und Unterkante des Hobelkopfs. Insgesamt besteht der klassische Hobel aus drei Teilen: Griff, Kopfoberteil sowie Kopfunterteil – die Klinge wird in den Hobelkopf eingespannt, indem man diese mit Hilfe des Griffes verschraubt.

„There is no other article for individual use so universally known or widely distributed. In my travels I have found [the safety razor] in the most northern town in Norway and in the heart of the Sahara Desert.“ ― King C. Gillette

Durch die Möglichkeit verschiedenste Klingen in den Hobel einzuspannen sowie durch die drei bereits angesprochenen Varianten des Rasierhobels, ergibt sich eine Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten. Hierdurch kann jeder Nassrasierer seinen Hobel an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Durch den simplen Aufbau und einfachen Austausch der Klingen geht die Reinigung schnell von statten und die Rasurkosten sind im Vergleich mit gängigen Systemrasierern erheblich niedriger.

Rasur mit einem Rasierhobel

Die Rasur mit einem Rasierhobel ist um einiges einfacher als mit einem Rasiermesser, vor allem dadurch, dass man sich zumindest bei einem geschlossenen Kamm nicht allzu große Sorgen um etwaige Verletzungen machen muss. Dennoch gibt es auch hier einige Punkte zu beachten. Im groß und ganzen kannst du dich jedoch auch ganz gut an dem Beitrag „Rasieren mit einem Rasiermesser“ orientieren und die dortigen Punkte auf die Rasur mit einem Hobel übertragen. Ansonsten gilt:

  • Um dich richtig rasieren zu können benötigt es neben dem Hobel auch die passende Rasierklinge, welche in diesen eingelegt wird. Hierbei solltest du darauf achten, dass die Klinge durch die Verankerungspunkte im Hobelkopf entsprechend fixiert ist.
  • Niemals mit kaum angezogenen Griffen/Knöpfen rasieren, denn dann stimmt die ganze Mimik des Hobels nicht mehr.
  • Wenn du merkst, dass die Klinge stumpf wird, solltest du diese Austauschen. Wie bei einem zu stumpfen Rasiermesser oder Systemrasierer führt eine stumpfe Klinge beim Rasierhobel dazu, dass man mehr Druck bei der Rasur ausübt und sich dadurch leichter verletzt.
  • Der Einsatz von Rasierseife oder Rasiercreme ist ebenso notwendig wie bei der Rasur mit dem Rasiermesser, um die Haut und die Barthaare entsprechend vorzubereiten.
  • Das Straffen beziehungsweise Spannen der Haut ist bei der Rasur essentiell, auch bei der Rasur mit einem Rasierhobel solltest du darauf achten zunächst mit dem Strich, dann gegen den Strich zu rasieren. Quer zum Strich kann mit einem Hobel auch rasiert werden. Hier muss man allerdings sehr vorsichtig vorgehen, da die die Haut schnell verletzt werden kann!
  • Der Hobel sollte nach der Rasur gründlich ausgespült werden. Dann kann man ihn abtrocknen, ohne die Schneiden zu berühren und trocken lagern.
  • Wie beim Rasiermesser, empfiehlt sich die Verwendung von zwei Hobeln, so kann einer immer durchtrocknen, während der andere verwendet wird.

Vor- und Nachteile des Rasierhobels

In den vorherigen Absätzen haben wir uns schon einiges über den Rasierhobel gelernt. Wer nun allerdings kurz und knackig die Vor- und Nachteile beim Einsatz eines Rasierhobels sehen möchte, der kann diese nachfolgend betrachten.

Vorteile bei der Rasur mit einem Rasierhobel

  • Gut geeignet für den Einstieg in die Nassrasur, da je nach Einsatz eines offenen oder geschlossenen Kamms dieser kaum zur Verletzungen der Haut führt.
  • Unabhängig von Strom und Akkus ist man mit dem Rasierhobel definitiv. Durch das durchdachte System des Hobels, ist auch die Reinigung um einiges schneller und einfacher.
  • Folgekosten, im Vergleich zu einem Systemrasierer, sind überschaubar, da nur neue Klingen angeschafft werden müssen, der Hobel muss nicht ausgetauscht werden.
  • Geringe Anschaffungskosten, je nach Modell und Design bekommt man einen einfachen Hobel bereits ab 20€. Nach oben sind kaum Grenzen offen.
  • Der Hobel ermöglicht eine gründliche Rasur, in geringerer Zeit wie man sie beispielsweise mit einem Rasiermesser aufbringen muss.
  • Rasierhobel schneiden das Haar nur an der Oberfläche. Es sind keine Gleitstreifen und Gummilippen am Hobel vorhanden, welche am Haar ziehen, bevor es geschnitten wird, dies verringert deutlich das Risiko einwachsender Barthaare.

Nachteile bei der Rasur mit einem Rasierhobel

  • Eine Vielzahl von Varianten des Hobels sind am Markt erhältlich, dadurch ist es schwierig den passenden Hobel für einen selbst zu finden. Demnach gilt es zunächst den passenden Rasierer zu finden, um sich in Ruhe seiner Nassrasur zu widmen.
  • Obwohl der Umgang mit einem Rasierhobel einfacher zu Erlernen ist, als mit einem Rasiermesser, gilt es auch hier zu Beginn etwas mehr Zeit einzuplanen, um ein vernünftiges Ergebnis sicherzustellen.
  • Im Vergleich zu einem Rasiermesser fallen höhere Folgenkosten an, da regelmäßig neue Klingen angeschafft werden müssen.
  • Gute Qualität ist ein Muss, da bei schlechten, zu günstigen Hobeln das Ergebnis auf lange Sicht eher schlecht ausfällt.

Rasierhobel Sicherheitsrasierer Safety Razor Klinge

Fazit zum Rasierhobel

Der Rasierhobel bietet sich gerade für Neueinsteiger im Bereich der Nassrasur an, da bei der Variante mit geschlossenem Kamm mehr Sicherheit gegeben ist, als beispielsweise bei einem Rasiermesser. Auch für fortgeschrittene Nassrasierer sind Hobel interessant, da es noch die Alternative mit offenem Kamm gibt, welche ein besseres Rasurergebnis liefern, als die geschlossene Alternative. Das Verletzungsrisiko ist hier jedoch höher.

Im Vergleich mit gängigen Systemrasierern schneiden Rasierhobel vom Rasurergebnis nicht schlechter ab. Überzeugen aber jedoch deutlich, wenn es um den Punkt Folgekosten geht. Denn entsprechende Klingen für Hobel sind günstiger erhältlich als diejenige, welche man für Systemrasierer benötigt. Für den Einstieg und den leichteren Übergang zum Rasiermesser definitiv eine gute Wahl: der Rasierhobel.
Copyright Fotos: Javier Kohen – Single blade (Flickr) | Barney Bishop – Shaving Essentials (Flickr) | Barney Bishop – eShave Safety Razor (Flickr)