Rasierseife

Beschäftigt man sich mit dem Thema Rasierseife, dann stolpert man zunächst über die Seife im Allgemeinen. Schon vor über 5.000 Jahren fertigten die Sumerern erste Seifen aus Öl und Pflanzenasche und seitdem ist das Prinzip der Seifenherstellung im Wesentlichen das gleiche geblieben. So werden noch heute Öle und Fette (Natrium- oder Kaliumhydroxid) gekocht, um eine Seifenbasis zu schaffen.

„Soap and water and common sense are the best disinfectants.“ – William Osler

Die Rasierseife als solches bekam man zum ersten Mal im vierzehnten Jahrhundert zu Gesicht und erfreute sich bis zum Ersten Weltkrieg großer Beliebtheit, bis die Rasiercreme als praktische Lösung für unterwegs auf den Markt kam. Bis heute ist die Rasierseife noch bei Nassrasierern auf der ganzen Welt beliebt, da sie zum traditionellen Aspekt der Nassrasur beiträgt. Welche Vorzüge die Rasierseife mit sich bringt erfährst du nachfolgend.

Das Geheimnis der Rasierseife

Um dazu beizutragen, dass der Schaum der Seife cremig wird und stabil bleibt setzt die Rasierseife auf einen hohen Anteil Stearinsäure aus Stearin und Kokosöl. Kokosöl dient als Fett, alternativ können andere pflanzliche Fette oder Talg zum Einsatz kommen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist Glycerin, welches aus Pflanzenöl gewonnen wird, dies ist wichtig, weil es als Feuchtigkeitsmittel dient und die Haut hydratisiert.

Rasierseife Aufschlagen Aufschäumen

Ein hoher Fettgehalt der Seife ist notwendig, da dieser für die Schmierung und den Schutz der Haut während der Rasur sorgt. Hierdurch gleitet die Klinge über die Oberfläche der Haut ohne diese zu reizen oder zu verletzen.

Aus diesem Grund sollte man bei Kauf der Rasierseife darauf achten, dass diese einen hohen Fettanteil von 30 bis 50% besitzt. Zudem sollte man bereit sein beim Kauf einen Euro mehr zu investieren, da günstige Seifen, wie Bad- oder Duschseifen, keinen Schutz während der Rasur gewähren sowie dazu beitragen, dass die Haut austrocknet. Rasierseife wird sowohl in Form von runden Seifenstücken als auch in Stangenform („Sticks“) angeboten.

Einfache und dreifache gesiedete Rasierseife – wo liegt der Unterschied?

Neben einem hohen Fettgehalt spielt die Verarbeitung der Seife eine wichtige Rolle. So gibt es Rasierseifen welche einfach gesiedet sowie die Rasierseifen, welche im „triple-milled-Verfahren“ hergestellt werden. Bei letzterem Verfahren werden die Inhaltsstoffe, auf diese Weise besonders schonend hinzugefügt und der Wassergehalt auf zirka 8% reduziert.

„Neben einem hohen Fettgehalt spricht auch das sogenannte triple-milled-Verfahren für eine gute Qualität einer Rasierseife.“

Rasierseifen lassen sich am besten mit einem festen Rasierpinsel aufschäumen. Hier sollte man darauf achten, dass dieser dichte, steife Haare hat. Bedingt durch diese Anforderung empfiehlt sich ein Pinsel aus Dachshaar, da diese die Anforderungen: dicht und steif erfüllen. Die Schäumung der Seife und der dadurch entstehende Schaum ist von Seife zu Seife unterschiedlich. Daher gilt sich heranzutasten und herauszufinden, wie man welche Seife am besten zum Schäumen bekommt.

Rasierseife die bessere Alternative für sensible Haut

Weiß man, dass die eigene Haut auf äußere Einflüsse eher sensibel reagiert, dann empfiehlt sich eher der Einsatz einer Rasierseife, als einer Rasiercreme für die Nassrasur. Rasierseifen kommen mit einem subtileren Duft daher und sind daher die bessere Wahl für empfindliche Haut. Allerdings muss man als Nassrasierer auch hier ein wenig experimentieren, wenn man trockene Haut hat, um die für sich passende Marke zu finden. Weiterhin ist der subtilere Duft ein Argument für die Verwendung, wenn man den Duft des Aftershaves nicht stören möchte.

Rasierseife für Sparfüchse die richtige Wahl

Ein Argument, welches man auch durchaus gelten lassen kann, ist das man bei der Verwendung von Rasierseife meist kostengünstiger wegkommt, als bei Rasiercreme. Aufgrund der festeren Konsistenz der Seife lässt sich diese gut dosieren, dadurch verbraucht man automatisch weniger und geht sparsamer mit ihr um.

Zudem kommen die meisten Rasierseifen in so genannten Tiegel daher, welche in den meisten Fällen aus Hölzern wie Buche, Sandelholz, Mahagoni oder auch Keramik gefertigt. Günstigere Varianten werden meist in einem Plastiktiegel an den Markt gebracht. Hier kommt es eben ganz darauf an, in welchem Preissegment man sich bewegt. Die höherwertigen Gefäße sind meist sehr langlebig und können dank entsprechender, kostengünstiger Nachfülleinheiten der Hersteller ohne Probleme wieder verwendet werden.

Rasierseife richtig Aufschäumen – eine Aufschlag Anleitung

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen - das benötigt man

Die klassische Rasierseife wird meist in einer entsprechenden Rasierschale, einem Becher, tiefen Teller oder Glas aufgeschlagen. Auch das Aufschäumen der Rasierseife im Tiegel selbst ist möglich. Nachfolgend habe ich mich an einer Schritt für Schritt Anleitung zum richtigen Aufschlagen der Rasierseife versucht.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen - Rasierpinsel einweichen

Beginnen sollte man damit den Rasierpinsel unter fließendem, heißen Wasser zu halten oder diesen für gut eine Minute in heißem Wasser stehend einweichen zu lassen. Wie bereits zuvor geschrieben empfiehlt sich die Verwendung eines Dachshaarpinsels, da dieser von Natur aus weich ist und im Gegensatz zu Kunstfasern viel Wasser, ähnlich einem Schwamm, in seinen Haaren behält.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen - Rasierpinsel Wasser ausdrücken

Nachdem sichergestellt ist, dass das heiße Wasser die Borsten des Pinsel eingeweicht hat geht es weiter. Hier solltest du darauf achten, dass noch genügend Wasser im Pinsel ist, da dieses unter anderem die Barthaare im Gesicht erweichen soll. Also lieber etwas weniger Wasser als zuviel aus dem Pinsel drücken.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen im Tiegel

Mit kreisenden Bewegungen im Tiegel der Rasierseife wird nun die Seife aufgenommen.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen Abstreifen

Diese Rasierseife nimmt man dann mit in ein entsprechendes Gefäß, streift diese dort ab und schlägt sie dort mit kreisenden Bewegungen weiter auf.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen Blasenbildung

Hierbei bilden sich zunächst große Seifenblasen, welche beim weiteren Aufschlagen der Rasierseife kleiner und kleiner werden, gleichzeitigt jedoch auch vermehren. Nach gut einer halben Minuten Aufschlagen sollte ein dicker, warmer Seifenschaum erreicht sein. Dies sieht man daran, dass die Borsten des Pinsels durch den Schaum eng zusammengehalten werden.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen Aufbringen im Gesicht

Durch kreisende Bewegungen mit dem Rasierpinsel, welcher die Seife aufgenommen hat, bringt man den Rasierschaum nun im Gesicht auf. Je länger man auf dem Gesicht kreist umso mehr Schaum wird aufgebracht, die Barthaare weichen ein und führen so zu einer glatten Rasur. Zu wenig Schaum kann dazu führen, dass die Haut verletzt wird.

Nach dem ersten Rasurdurchgang gilt es nun den Schaum erneut aufzuschlagen, für den zweiten Durchgang. Hierzu einfach den Rasierpinsel erneut mit etwas heißem Wasser befeuchten und die Rasierseife erneut aufschlagen. Je nachdem wie viel Wasser beim ersten Mal verwendet wurde benötigt man kein zusätzliches Wasser.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen Seife abtropfen

Überschüssiges Wasser sollte nach der Rasur aus dem Seifentiegel abgegossen werden, um im Anschluss die Seife mit offenem Deckel trocknen zu lassen.

Rasierseife richtig aufschlagen - Aufschäumen trocknen lassen

Fazit: Rasierseife ein Muss für die Nassrasur

Wer sich bewusst Zeit nimmt für seine Nassrasur und dem hektischen Alltag ein wenig dadurch entfliehen möchte, der sollte meiner Meinung nach auf die Rasierseife zurückgreifen. Denn alleine das Aufschlagen und Schäumen der Rasierseife ist ein Ritual für sich.

Zudem ist Rasierseife die kostengünstigere Variante, wenn man diese beispielsweise mit Rasierschaum aus der Dose sowie Rasiercreme vergleicht. Im Vergleich mit dem Rasierschaum aus der Dose erreicht man beim Selbstaufschäumen zudem eine ganz andere Qualität an Schaum, die man beim Rasieren tatsächlich spürt und dabei ist es ganz egal ob mit Rasiermesser oder Systemrasierer rasiert wird.
Copyright Foto: Martin Kornum Olsen – Safety Razor